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Blutampfer - das vergessene Bitterkraut

Der Frühling ist die Zeit der Bitterstoffe und damit der Bitterkräuter. Bärlauch, Brennnessel und co. sind weitherum bekannt. Weniger prominent ist hingegen der Blutampfer. Dabei ist es ihm in unserem Garten meistens ausgesprochen wohl.



Das Pflanzen-Porträt im April

Vor zwei Jahren schenkte mir eine Freundin eine kleine Blutampferpflanze, die sie in ihrem Hofgarten ausgegraben hatte. Bei uns kam sie ins Hochbeet, wo ich sie erst einmal vergessen habe. Nicht schlecht gestaunt habe ich, als ich realisiert habe, wie gut es diesem Kraut offensichtlich in unserem Garten gefällt. Denn aus dem kleinen unscheinbaren Gastpflänzchen war eine eindrucksvolle Staude geworden. Der Blutampfer lässt sich übrigens ausgezeichnet erkennen an seiner leuchtend grünen Farbe und den markanten roten Blatadern, die ihm seinen Namen geben.


Blutampfer ist natürlich verwandt mit dem Sauerampfer, unterscheidet sich jedoch durch eine etwas moderatere Säure und ein leicht milderes Aroma.


In der Ayurveda-Lehre werden Nahrungsmittel nach ihren energetischen Eigenschaften und ihrer Wirkung auf die Doshas (Vata, Pitta und Kapha) beurteilt. In der offiziellen Auflistung ayurvedischer Pflanzen fehlt die Blutampfer. Vermutlich ist das ihrer spezifisch europäischen Herkunft geschuldet. Trotzdem kann man Blutampfer aufgrund der Inhaltsstoffe und Wirkungsweisen in den ayurvedischen Kontext einordnen:

 

Dosha-Balance

  • Vata: Wenig Blutampfer kann Vata ausbalancieren. Aufgrund des sauren Geschmacks sollte er jedoch bei einer Vata-Konstitution nur in geringen Mengen eingesetzt werden.

  • Pitta: Blutampfer wirkt erhitzend und kann daher das Pitta-Dosha erhöhen.

  • Kapha: Blutampfer kann Kapha reduzieren.

 

Verdauung

Blutampfer unterstützt eine gesunde Verdauung. Er ist reich an Ballaststoffen und Bitterstoffen, welche die Darmbewegung fördern und Verstopfung entgegenwirken. Im Ayurveda wird die Verdauungskraft (Agni) als zentral für die Gesundheit betrachtet. Der Blutampfer trägt zur Erhaltung eines starken Agni bei.

 

Nährstoffe

Blutampfer ist eine ausgezeichnete Quelle für Vitamin C, Magnesium und Eisen. Zudem liefert er Kalium, Magnesium, Flavonoide, Gerbstoffe und Antioxidantien. Aufgrund der enthaltenen Oxalsäure sollte er, ähnlich wie Spinat, in Massen genossen werden. Wer unter Nierenproblemen leidet, sollte aufgrund der Oxalsäure auf Blutampfer ganz verzichten. Die vielen enthaltenen Vitalstoffe unterstützen unser Immunsystem und ausserdem wird dem Blutampfer eine blutreinigende Wirkungs zugeschrieben.

 

Verwendung

Die jungen Blutampferblätter können ganz ähnlich wie Bärlauch verwendet werden: in Saucen, Dips, Smoothies, Suppe, Risotto oder Salaten. Auch als Beimischung in Pastetenfüllungen, auf Gemüsewähen oder unter den Spinat gemischt, passt das Kraut sehr gut. Und als Bestandteil eines selbst hergestellten Pestos wertet er dieses zusätzlich auf. Je älter der Blutampfer ist, desto bitterer wird übrigens sein Geschmack. Das ist dann lediglich ein Kriterium des Aromas, Blutampfer wird ja nicht schlecht im Verlauf des Gartenjahres.


Geschmack (Rasa)

In den 6 Rasas (Geschmacksrichtungen) des Ayurveda - süss, sauer, salzig, scharf, bitter und herb - können wir die Blutampfer unter "sauer" einordnen. Im Hochsommer und im Verlauf des Jahres nimmt der Gehalt an Bitterstoffen zu. Aus den im Frühjahr eher mild-sauren Blättern wird dann ein bitter-saures Kraut.

 

Kultivierung

Der Blutampfer gedeiht in unseren Breitengraden bestens im Garten, im Hochbeet, am Teichrand aber auch in einem genug grossen Topf auf der Terrasse. Er ist recht anspruchslos und geht auch bei längeren Regenphasen nicht gleich ein. Insgesamt schätzt er einen nährstoffreichen und feuchten Boden. Im Halbschatten fühlt er sich ausgesprochen wohl. Die Staude ist winterhart und muss nicht einmal geschnitten werden.


Greenlemon-Kitchen und Greenlemon-Ayurveda werden eins

Es wird Zeit für eine Anpassung. Greenlemon-Kitchen und Greenlemon-Ayurveda wurden ursprünglich als zwei eigenständige Bereiche aufgebaut. Aber in der Praxis ist die Überschneidung der beiden Teilbereiche so gross, dass es mehr Sinn ergibt, diese in Zukunft gemeinsam weiter aufzubauen. Und so wird die Webseite greenlemon-kitchen in die greenlemon-ayurveda-Webseite integriert werden. Damit kann ich mich auf diesen einen Bereich konzentrieren und in Zukunft auch mehr Inhalte generieren.

Im Verlauf dieses Jahres werden zudem neue Angebote hinzukommen. Meine berufliche Entwicklung führt nämlich eindeutig in diese Richtung. :-)


Workshop am 14. November 2026

Das Format TCM meets Ayurveda mit meiner Kollegin Brigitte Schläpfer entwickelt sich weiter. Nach einem feinen Workshop Ende März 2026 zum Thema Bitterstoffe, planen wir bereits den nächsten gemeinsamen Anlass. Dieses Mal beleuchten wir das wirklich sehr spannende Thema Ernährung & Emotionen, das von Euch angeregt wurde. Die Details zum Workshop findest Du hier:


Die Anmeldung ist eröffnet. Wir freuen uns sehr, wenn Du auch dabei bist!


Bis bald!

Herzlich - Judith Barbara Shoukier

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